ragalthar's Blog

Sony Xperia P im Test – Teil 2: Prozessor, Display, Betriebssystem & Apps

Im vorherigen Teil des Tests hatte ich über die WhiteMagic™-Technologie geschrieben und wie diese es möglicherweise schafft, daß das Display auch bei direkter Sonneneinstrahlung lesbar sein soll. Darauf möchte ich hier in diesem Teil näher eingehen, denn das hatte ich ja im Juni 2012 in Ägypten für euch getestet.

Außerdem werde ich mich mit dem Prozessor, dem Betriebssystem und den vorinstallierten Apps befassen.

Hier aber erst einmal eine …

Übersicht

… der bereits geschriebenen Teile:

Teil 1: Unboxing und erster Eindruck

Prozessor

Eines vorweg, beim Prozessor gibt’s nichts zum Meckern. Der im Xperia™ P verbaute, mit einem GigaHertz laufende Dual-Core-Prozessor sorgt für ein butterweiches Scrolling im Browser. Bei den einzelnen Homescreens funktioniert es ohne jegliche Verzögerung und der Touchscreen reagiert sehr schnell auf Eingaben. Auch das Zoomen geht ohne Probleme von der Hand.

Spiele laufen absolut flüssig, egal welche ich starte, sei es Angry Birds, Cut the rope, Need for Speed: Shift, Osmos oder Wo ist mein Wasser? Selbst mehrere Apps dieser Art bringen den Prozessor nicht zum Straucheln. Egal, was ich damit mache, es ruckelt nichts, es hakt nichts und es gab im Testzeitraum auch weder Abstürze noch irgendwelche Aufhänger.

Deshalb widme ich mich jetzt dem wohl wichtigstem Element, dem …

Display

Was mir als erstes auffiel war der grünliche Farbton, der sich mir permanent nach dem Einschalten bietet. Ob das jetzt am vierten „weißen“ Unterpixel liegt oder einfach daran, daß mein sonst gewohntes Xperia™ mini pro die Farben Blau und Rot viel stärker betont, weiß ich nicht, aber im Android-Hilfe Forum haben sich andere User gemeldet, denen ebenfalls ein Grünstich ihres Displays aufgefallen ist.

Davon mal abgesehen kommt es mit seinen 275 ppi (= pixel per inch) zwar nicht an das sog. „Retina Display“ von Apples iPhone 4(S) mit 326 ppi heran, aber selbst kleine Schriften sind klar lesbar und einzelne Pixel kann man mit bloßem Auge nicht erkennen.

Und jetzt will ich euch nicht länger auf die Folter spannen und endlich näher auf die WhiteMagic™-Technologie eingehen. Hier ein Foto, welches im Juni 2012 in der hellen Sonne Ägyptens aufgenommen worden ist, morgens um viertel nach Neun! Links zum Vergleich ein Xperia™ mini pro – welches ich seit März 2012 täglich nutze – und rechts das Xperia™ P.

Ihr glaubt sicher, daß die Helligkeit nicht ganz hoch gesetzt wurde bzw. das Handy im Energiesparmodus war – so ging es mir nämlich, als ich die Fotos machte – aber die „Automatische Helligkeit“ war ausgeschaltet (kein Haken hinter den Schriftzug gesetzt) und die Helligkeit wurde auf Maximum gestellt. Hier der Beweis:

Ich habe die Fotos nicht manipuliert, lediglich verkleinert und das Wasserzeichen hinzugefügt.

Zwar hat das Xperia™ P bei einem Test der TESTfactory mit dem hellsten Display gewonnen – nachzulesen unter XperiaPTest.pdf – aber dennoch bin ich der Meinung, daß das hier gezeigte Xperia™ mini pro an das des Xperia™ P herankommt. Auffällig bei dem Test der TESTfactory finde ich, daß kein zweites Gerät von Sony (Ericsson) getestet worden und das zweitplatzierte Nokia 710 gerade mal 49 cd/m² dunkler ist.

Also auch wenn das Xperia™ P ein helles Display hat, so haben das andere Geräte ebenfalls und die – von der Sony Mobile Marketingabteilung angepriesene – WhiteMagic™-Technologie entpuppt sich als Seifenblase und bringt dem Gerät keinen Wettbewerbsvorteil!

Betriebssystem

Ausgeliefert wird das Xperia™ P seit Ende Mai mit Android 2.3.x (Gingerbread), was mir persönlich ein Rätsel ist, da es den Quellcode von Android 4.0.x (IceCreamSandwich) seit dem 19. Oktober 2011 gibt, also mehr als sieben Monate. Warum bringen Hersteller Geräte mit einem veraltertem OS heraus?

Nutzen läßt es sich natürlich dennoch und Sony Mobile hat dem Xperia™ P seine typische Oberfläche mit den fünf Homescreens aufgesetzt …

… und ihm gleich eine Menge Widgets spendiert. Hervorzuheben wäre hier Timescape™, welches neue Beiträge bei Twitter, Facebook und ähnlichen Sozialen Netzwerken abruft und auf dem Homescreen darstellt.

Sehr schön finde ich persönlich die Wetteranzeige, die – im Gegensatz zu Geräten von HTC oder Samsung – nicht mit einer Uhr gekoppelt ist, sondern wirklich nur das Wetter anzeigt.

Wie bei jedem anderen Androiden auch lassen sich die Widgets und Apps vom Homescreen entfernen und durch persönlich bevorzugte Widgets ersetzen.

Unten in der „AppDrawer“-Leiste können beliebige Apps abgelegt werden, die dann auf jedem Homescreen zur Verfügung stehen. Man kann sogar Ordner anlegen und dort mehrere – thematisch zusammenhängende – Apps hinein stecken.

Das passiert automatisch, sobald man eine zweite App auf einen Platz zieht, in der bereits eine App abgelegt ist. Dem Ordner kann man dann auch einem Namen seiner Wahl geben.

Apps

Nutzt man das Gerät nicht, so schaltet sich das Display ab. Durch drücken des Ein-/Aus-Schalters kommt man in den Lock-Screen, der so aussieht, wie man es von anderen Android-Geräten gewohnt ist. Mit Wischen nach Rechts kann man den Bildschirm etsperren und landet wieder im Homescreen, durch Wischen nach Links wird das Handy Stumm geschaltet.

Durch tippen auf das Gitter in der Mitte der „AppDrawer“-Leiste auf dem Homescreen kommt man in das App Menü und findet dort die Apps in einer 4 x 5 Kachel angeordnet. Folgendermaßen sieht es aus, wenn man das Gerät zum ersten Mal startet:

Diese lassen sich natürlich nach eigenen Vorgaben oder auch Alphabetisch sortieren. Zurück zum Homescreen kommt man, in dem man die Home- bzw. Zurück-„Taste“ drückt bzw. auf das Haus-Icon tippt.

Warum müssen die Hersteller eigentlich dem Käufer immer Apps vorinstallieren, die dieser ggf. gar nicht haben möchte. Beim Xperia™ P sind das folgende 22(!) Apps:

  • Timescape™ -> Soziale Netzwerke Widget
  • Facebook -> Soziales Netzwerk
  • Video Unlimited -> gebührenpflichtiger Video download
  • WhatsApp -> kostenloser SMS und Chat Ersatz
  • Verbundene Geräte -> „Fernsteuerung“ für über Bluetooth verbunden TV
  • Adobe Reader -> zeigt PDF Dateien an
  • Flash Player -> spielt Flash-Inhalte auf Webseiten
  • Google+ -> Soziales Netzwerk
  • Messenger -> Chat von Google+
  • Wisepilot -> gebührenpflichtige Navigation
  • Musik und Videos -> zeigt Musik und Videos von Facebook Freunden
  • Media Remote -> Fernsteuerung für über Bluetooth verbunde Geräte
  • Recommended -> vom Sony Mobile empfohlene Apps
  • NeoReader -> QR Code Leser
  • LiveWare™ Manager -> gibt Systemmeldungen bei gewissen Ereignissen aus, z.B. wenn das Ladegerät angeschlossen wird
  • TrackID™ -> identifiziert Musik, die man gerade hört (nicht eigene MP3s, denn die kennt man, sondern z.B. im Radio)
  • Music Unlimited -> gebührenpflichtiger Musik download
  • Stromsparer -> schaltet nach vorgegebenen Regeln in einen Stromspar-Modus
  • PlayNow™ -> gebührenpflichtiger Apps download von Sony
  • OfficeSuite -> Testversion mit eingeschränktem Funkttionsumfang
  • MxAfee Security -> Anti Virus App
  • EA Spiele -> gebührenpflichtiger Games download von Electronic Arts

Ich habe sie nicht alle benutzt, von daher ist auf meine Angabe, was die App genau macht, nicht 100% Verlaß!

Manche davon lassen sich nicht deinstallieren, wie folgendes Bild beweist:

Wo normalerweise der Button zum Deinstallieren ist kann man hier nur „Abbrechen“. Wenn man sein Gerät aber rootet, dann lassen sie sich entfernen.

Warum halten uns Smartphone-Hersteller nicht für mündig genug, selbst zu entscheiden, welche Apps und Launcher wir nutzen wollen? Sie dürfen vom mir aus gerne die eigene Oberflache aufsetzen, oder Features implementieren, die Google so (noch) gar nicht vorgesehen hatte – wie z.B. Sony mit der Screenshot Funktion unter Android 2.3 (Gingerbread). Google selbst hat das Feature erst mit Android 4.0 (IceCreamSandwich) eingeführt. Aber dann doch bitte immer so, das sich die Apps, die man nicht braucht oder möchte, auch entfernen lassen, ohne das man sein Smartphone rooten muß und dadurch die Garantie verliert.

Soviel für heute, weiter geht’s in …

Teil 3: Kamera, Video, Audio, Telefonie und NFC

Wenn es etwas gibt, was ich für euch näher in Augenschein nehmen soll, dann schreibt mir das doch bitte in den Kommentaren.

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